Juni Inspiration

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“Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben ... Ein Sucher sieht manches nicht, was nah vor seinen Augen steht.” Hermann Hesse

Der Juni ist der Monat des Lichts. Wir werden regelrecht gebadet im Licht. Stehen wir frühmorgens auf, ist es hell. Und abends, abends stellen wir erstaunt fest, dass es schon spät ist. Die Helligkeit täuscht uns darüber hinweg, dass die Nacht schon begonnen hat. Der Juni ist in jeglicher Hinsicht ein Monat der Sonne. Denn im Juni findet die Sommer-Sonnenwende statt. Wir feiern den längsten Tag und die kürzeste Nacht im Jahresverlauf. Die Sonne bleibt zu dieser Zeit am längsten über dem Horizont. Die Wende markiert den Beginn des astronomischen Sommers. Für mich hat die Sommer-Sonnenwende jedoch noch eine ganz andere Bedeutung. Die Wende ist ein Höhepunkt. Die Sonne schenkt uns an diesem Tag ihre ganze Kraft. An diesem Tag können wir in ihr Licht eintauchen, so lange wie sonst nie. Und dieses Licht hat eine starke Symbolik. Es ist das Licht der Herzenswärme. Ihr Licht ermöglicht es uns, mit wohlwollendem Blick unser Leben zu betrachten. Wir stehen an einer Wende. Wir alle. Egal, wo wir uns gerade auf der Erde oder im Leben befinden. Auf beiden Seiten der Erde findet die Wende statt. Entweder die Winter- oder die Sommer-Sonnenwende. Diese Energie ist spürbar, wenn wir uns darauf einlassen. Die Wenden geben uns die Möglichkeit, unser Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Jede hat ihre eigene Energie und Qualität. Die Sommer-Sonnenwende lädt uns dazu ein, zu überlegen, für was wir dankbar sein dürfen im vergangenen Halbjahr. Was konnte wachsen und gedeihen? Wo stehen wir? Genau in diesem Moment? Die Sonne schenkt uns an diesem Tag ihr stärkstes Licht, um wohlwollend unseren Stand zu betrachten. Nicht mit Tadel, Frust oder Mutlosigkeit. Sondern mit Liebe, Wohlwollen und Güte. Sie gibt uns die Möglichkeit, auch unsere Schattenseiten zu betrachten, denn auch diese werden beleuchtet. Wir dürfen sehen und verstehen. Und wir dürfen ohne Druck und Wertung die Wende als Chance wahrnehmen, dort Anpassungen vorzunehmen, wo wir uns für das kommende Halbjahr noch Veränderungen wünschen. Damit auch die schattigen Bereiche in unserem Leben Licht und Wärme bekommen. Ich empfinde unsere Gesellschaft oft als sehr wertend. Vieles wird in gut oder schlecht eingeteilt. Dabei vergessen wir, dass wir alle unsere Schattenseiten haben. Wir sind Menschen. Wir bestehen aus Licht und Dunkelheit. Wir leben dual. Wir sind immer beides. Tag und Nacht. Werden und Vergehen. Wir bestehen immer aus beiden Energien. Männliche und weibliche. Die Natur weiss das und sie wertet nicht. Wenn wir deshalb unsere Schattenseiten annehmen, setzt uns dies frei. Wir werden Eins. Denn wir können nicht ohne Schatten, Dunkelheit und Vergehen wachsen. Es gibt kein Licht ohne Schatten. Und deshalb ist die Sommer-Sonnenwende auch so wunderbar. So gütig. Denn ihre Symbolik steht für nichts anderes als alles anzunehmen. Mit unserer Herzenswärme auch unsere Schattenseite zu beleuchten, anzunehmen und zu verinnerlichen. Wenn wir das tun, wenn wir unser eigenes Licht auch dort scheinen lassen, dürfen wir feststellen, dass jeder noch so vermeintliche Schatten auch Licht zulässt. Er wird erhellt, beschienen und verstanden. Und welch grösseren Frieden gibt es, wenn wir uns voll und ganz annehmen können? So wie wir sind. Die Suche nach der Erfüllung hört somit auf. Wir sind dann nicht mehr auf der Suche. Wir haben gefunden. Uns selbst. Denn wir sehen, dass alles schon da ist. Dass wir alle, so wie wir sind, vollkommen sind. Eins und verbunden.