November-Ritual: Einkehr

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Einkehr bedeutet Rast halten. Spannend finde ich, dass wir uns dafür oft eine Auszeit nehmen. Auszeit vs. Einkehr. Beides tut gut, beides ist ab und zu nötig. Die Einkehr, die ich meine, ist still. Sie findet überall statt. Einkehr bedeutet für mich die Perspektive nach Innen zu kehren um zu sehen, was ist. Die Natur zieht im November all ihre Kräfte nach Innen. Sie ist noch da, sie ist nicht weg. Doch sie sagt sich: “Ich brauche jetzt Ruhe und verabschiede mich mal für eine Weile.” Genau das möchte ich mit meinem Ritual übermitteln. Wir sind nicht weg, wir gönnen uns einfach ein paar Moment der Stille.

Der November lädt dazu ein zu sein. Ohne Agenda, ohne Ziel. Gönn dir deshalb einen Spaziergang draussen. Geh trotz nebligem oder regnerischem Wetter nach draussen und fühle in die November-Qualität rein. Was sagt dir die Natur? Wie riecht es draussen im Wald? Was für Geräusche hörst du? Welche Sinne werden erweckt? Versuch dir vorzustellen wie die Natur im Frühling oder Sommer ist? Welche Farben sind anders? Achte auf den Boden, Sträucher, Bäume und den Himmel. Hat es viele Tiere? Hörst du Vögel zwitschern? Lass einfach alle Eindrücke auf dich wirken und werte nicht. Versuch dich in die Natur hinein zu fühlen. Was sagt sie dir? Lass deine Gedanken fliessen. Wenn du soweit bist, machst du dich auf den Rückweg und gehst nach Hause. Versuch nun die Eindrücke mit zu nehmen. Was bedeutet für dich Einkehr, Rückzug? Wie kannst du das, was die Natur dir soeben erzählt hat, zu Hause umsetzen? Was braucht es, damit du in die innere Stille gehen kannst? Such dir zu Hause einen gemütlichen Platz aus und setzt dich aufrecht hin. Schliesse die Augen und tauche in die November-Qualität ein. Lass deine Gedanken an dir vorbeiziehen. Du kannst dich denen später noch widmen. Jetzt gehört dieser Moment nur dir und deiner inneren Stille. Achtet auf deinen Atem. Versuch tief und lange zu atmen. Lass dich von diesem Rhythmus mittragen, wie das Rauschen des Meeres. Geniess die Stille und Ruhe. Und mach erst die Augen wieder auf, wenn du soweit bist.

Es hilft, wenn du an diesem Tag oder Abend nichts mehr vorhabt. Gönn dir eine frühe Bettruhe. Lass die innere Ruhe, deine Einkehr, so lange wie möglich wirken. Ich habe auch oft die Erfahrung gemacht, dass der Geist schon nach 2 Minuten meint “Genug der Ruhe”. Versuche diesen inneren Zwang beiseite zu legen und kehre immer wieder zu deinem Atem zurück. Und wenn es nicht klappt, dann ist es auch ok. Dann mach es dir gemütlich und lass die Seele baumeln.

Falls du deine innere Stille mit einer Räucherung oder einer Duftlampe unterstützen möchtet, eignen sich folgende Pflanzen oder Harze dazu:

Lavendel, Myrrhe, Weihrauch, schwarzer Copal, Benzoe Siam, Bernstein, Baldrian, Arve.

“The answers you seek never come when the mind is busy, they come when the mind is still.”